Die ersten Gehversuche
Donnerstag, 21.05.1987:

Meine Jungfernfahrt zum Straßenverkehrsamt war abenteuerlich. Beim Anfahren sollte mir der Motor an einigen Ampelkreuzungen überraschend ausgehen. Das nötige Feingefühl fehlte noch, da ich in der Fahrschule Noreisch, damals noch wohnhaft auf der Hauptstraße (gegenüber vom "Divi"-Parkplatz), einen VW-Golf II mit Dieselbefeuerung gefahren habe, der durchaus auch mit weniger durchgedrücktem Gaspedal optimal seinen Dienst verrichtete. Zum anderen war das Spiel mit dem "Choke" eine wünschenswerte Erfahrung wert. Die Sache mit dem Einlegen des Rück-wärtsganges hat mich anfangs auch überfordert, da die Bedienung desselbigen anders verlief, als beim Fahrschulfahrzeug. Na ja, und um das Ganze noch abzurunden, war das Betanken des Kadett's nicht weniger problematisch; auf die Kraftstoffsorte kommt es schon an. Leider ist mir zu spät aufgefallen, dass ich erst einmal Dieselkraftstoff zugeführt habe. Nachdem ich bemerkt hatte, dass Ottokraftstoff eingefüllt werden sollte, tankte ich wieder falsch, und zwar Normalbenzin. Nach Befragung des Tankstellenbediensteten (ARAL-Tankstelle an der Hauptstraße in Bochum-Langendreer) war klar, dass die 3. Variante "Superbenzin verbleit" die richtige Lösung war.

Aber der Umstand konnte der Laufkultur des Motors nichts anhaben. Beim Straßenverkehrsamt Bochum ließ ich dann das Fahrzeug zu; auf die Frage, ob ich denn die Kennzeichen in reflektierender Form bzw. nicht reflektierend haben möchte, habe ich mich kurzerhand aus Kostengründen für die zweite Wahl entschieden. Bezahlt habe ich hierfür 29DM um 08:45h. Die Kennzeichen habe ich von Schilder Reiske bezogen.

Anschließend wurde ich bei der Neckura-Versicherung vorstellig und habe dort eine Haftpflichtversicherung für mein Fahrzeug abgeschlossen. Der Halter war zunächst ein Jahr lang mein Vater, da der Kadett praktisch als Zweitwagen in dessen Besitz mit 125%-Beitrag zu Buche schlug. Auf meinem Namen angemeldet hätte der Beitrag 175% betragen.

Montag, 25.05.1987:
An der Prüfanlage Bochum habe ich die Abgasuntersuchung durchführen lassen. Der aaSoP hat mir bescheinigt, dass das Fahrzeug keine erkennbaren Mängel in Bezug auf §47a aufweist. Die Kosten betrugen 27DM.
Montag, 22.06.1987:
An diesem Tage erreichte mich der Kraftfahrzeugsteuerbescheid, den ich auch umgehend einlöste. Der Betrag von 225DM wurde von mir an das Finanzamt Bochum-Mitte entrichtet.
Freitag, 30.10.1987:
An der Prüfanlage Bochum habe ich die Hauptuntersuchung durchführen lassen. Der aaSoP hat mir bescheinigt, dass das Fahrzeug geringe Mängel aufwies. Die Kennzeichenbeleuchtung war in ihrer Funktion eingeschränkt. Die Kosten für die §29-Untersuchung lagen bei 31,92DM. Weiterhin ist dort der Stoßdämpfertest durchgeführt worden mit den Werten vorn: re./li. 047mm/046mm; hinten: re./li. 038mm/051mm. Der aaSoP teilte mir mit, dass die Schwingungsdämpfer wohl in Ordnung sei-en, aber die hinteren bei nächster Gelegenheit erneuert werden sollten. Die Stoßdämpferprüfung kostete 6DM.
Mittwoch, 11.11.1987:
Bei der Fa. Emil Pieper kaufte ich 2 hintere Schwingungsdämpfer zum Preis von 135,45DM, die ich anschließend in der Parkanlage in Bochum-Langendreer einbaute. Ich wunderte mich noch über die Leichtigkeit, mit der ich zu Werke gehen konnte. Ohne Spezialwerkzeug, z.B. Federspanner, konnten die Dämpfer gewechselt werden.
Samstag, 21.11.1987:
Einen Halter erwarb ich bei der Fa. Emil Pieper im Preis von 44,37DM.
Montag, 28.12.1987:

An diesem Tag habe ich die Fa. Emil Pieper aufgesucht, um mein Fahrzeug "repariert" abzuholen. Vor einigen Tagen klagte ich über Wassereinbruch auf der linken Fahrzeugseite im hinteren Bodenbereich. Ich konnte mir den Fehler nicht erklären und fragte bei der oben bezeichneten Fa. nach, woher denn dieses Problem herrühren könnte. Aus dem Stegreif konnte man mir auch nicht weiter helfen und deshalb überließ ich kurzerhand den fahrbaren Untersatz dieser Werkstatt. Die spülten lange und fanden schließlich nach "ihrer" Meinung den Fehler. Ausgetauscht wurde die Gummifassung im Bereich der Windschutzscheibe und eine Dichtmasse verwendet. Die Rechnung hierfür betrug 190,94DM, die ich am 28.12.1987 beglichen habe.

Einige Tage später bei erneutem Regen wieder die gleiche Situation; starke Feuchtigkeit im Innenraum. Unverzüglich suchte ich diese Werkstatt auf und berichtete von meinem Problem. Nach entsprechender Reparatur konnte ich mein Fahrzeug abholen. Diesmal ist im Bereich der A-Säule abgedichtet worden. Der Spruch des Meisters liegt mir jetzt noch in den Ohren - "jetzt ist alles in Ordnung, wir haben den Fehler gefunden". Als dann beim dritten Male erneut stehendes Wasser im Innenraum zu verzeichnen war, schnellte mein Blutdruck hoch und wieder musste ich mit dieser Fa. Kontakt aufnehmen. Nach diesmal gründlicher Untersuchung wurde endlich der Fehler gefunden und ausgemerzt. Es war die Türdichtung an der linken hinteren Fahrgasttür - eigentlich logisch, wenn man bedenkt, dass genau dort auch das Wasser stand.
Als ich das Fahrzeug abholen wollte, waren die Kfz.- Meister schon auf dem Heimweg und nur die Verwaltungskraft ging ihren Arbeiten nach. Die Dame wußte von dem Vorgang und sagte mir, dass die Reparatur abgeschlossen sei und das Auto auf dem Platz stehen würde. Der Fahrzeugschein war unter die Sonnenblende fahrerseitig untergebracht worden. Die Frage nach meinem Autoschlüssel ließ die Frau stocken. Sie sagte mir, dass eine weitere Rechnung abgelegt wurde, die noch beglichen werden muss; andererseits darf sie mir das Fahrzeug nicht aushändigen. Nachdem ich mehrmals auf sie eingeredet habe, gab sie nach, ich bekam die Schlüssel und man wird sich noch bei mir melden, meinte sie. Ich habe bis heute nichts mehr von diesem Vorfall gehört...
Ende 1987: 
Ein damaliger Arbeitskollege von Opel, dessen Name mir entfallen ist, bot mir eine geänderte Frontstoßstange des Herstellers Kamei an, die passend für den Kadett D sei. Lange habe ich überlegt, ob ich ein derartiges "Optik-Tuning" in die Tat umsetzen sollte, dann war ich aber doch stark daran interessiert. Etwa 150DM bezahlte ich ihm dafür und bohrte eine Reihe von Löchern in die Front. Für deren Befestigung verwand ich Blechschrauben. Laut dem Prüfzeugnis sollte sich sogar die Höchstgeschwindigkeit zu meinen Gunsten geändert haben. Stolz und mit geschwollener Brust zeigte ich den ersten Umbau meines Fahrzeuges der Allgemeinheit. Bis zu dem Tage, als ich zum "Divi"-Einkaufsmarkt fuhr und dort einen Parkplatz aufsuchte. Beim Vorfahren in eine Parklücke fuhr ich leicht gegen die entsprechende rot/weiß-lackierte Begrenzung. Das Desaster wurde plötzlich sichtbar, als sich die Verschraubung des Frontspoilers aus dem Blech drückte. Erst dann war mir klar geworden, dass die Umrüstung keiner Notwendigkeit bedurfte. Ich entfernte die Stoßstange und spachtelte die Löcher wieder zu. Anschließend lackierte ich die bearbeiteten Stellen. Leider konnte nicht vermieden werden, dass im Bereich der latenten Bohrungen, immer wieder durch auftretende Feuchtigkeit, Korrosionsansätze an der Tagesordnung waren. Das ärgerte mich ständig, bis ich, angeregt durch meinen Unfall am Samstag, den 16.02.1991, eine komplett neue Frontschürze erhalten habe. 
Was allerdings aus der Kamei-Frontschürze geworden ist, konnte leider durch mein Erinnerungsvermögen nicht aufrecht erhalten werden.